Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Ratsmitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,

als Ortsvorsteher von Niederdielfen beobachte ich die politischen Entwicklungen der letzten Wochen im Hinblick auf die historische Ortsmitte sehr kritisch. Der Antrag des Bündnis 90/Die Grünen, mitgetragen von der BfWuFDP, die Änderung des Flächennutzungsplanes Mittelstr. nicht weiter zu verfolgen und die Ratsbeschlüsse der Jahre 2014-2016 aufzuheben, wird für den gesamten Ort erhebliche Nachteile bringen.

Aktuell ist zu befürchten, dass der REWE-Markt (wie bereits beschrieben) in den Getränkemarkt an der Siegener Straße umziehen könnte, um diesen zu erweitern und zum Lebensmittelmarkt umzubauen. Wir möchten gerne von den Antragstellern erfahren, wie in diesem Bereich der Verkehr geregelt werden soll. Schon jetzt ist die Siegener Straße die am zweit meisten befahrene Straße im Gemeindegebiet. Ich kann den Antragstellern nur empfehlen sich vor Ort ein eigenes Bild der Verkehrsverhältnisse zu machen oder sich von Anwohnern über die Verhältnisse zu informieren.

Sollten die Planungen in der Ortsmitte eingestellt werden, wäre so für alle anderen in Zukunft denkbaren und wünschenswerten Investitionen ebenfalls keine geordnete Möglichkeit der Ansiedlung gegeben. Auch sie müssten auf Grundstücke ausweichen, die per Zufall irgendwo angeboten würden. Rein theoretisch allerdings nur; denn die kleineren Dienstleister suchen erfahrungsgemäß die Nähe der sogenannten „Großen“, um von deren Kundenfrequenzen zu profitieren. Und diese Nähe ist bei nicht vorhandener Planung einfach nicht herzustellen.

Im Endeffekt würde dies dann bedeuten, dass die notwendige und durchaus auch mögliche Entwicklung für Niederdielfen unterbleiben würde, weil die angestoßene und weit entwickelte Planung nicht zu Ende geführt wurde, da es an Flächenverfügbarkeit mangelt, die meines Wissens keine Voraussetzung für die Erstellung eines Bebauungsplanes/Flächennutzungsplanes ist.

Einen städtebaulich geordneten Ortskern Niederdielfen wird es bei solcher Verfahrensweise jedenfalls nicht geben, eine geordnete zukunftsfähige Versorgung der Bevölkerung Niederdielfens wie die des unteren Weißtales aber ebenso wenig. Willkürlich, wenn denn überhaupt, in der Ortslage Niederdielfen verteilt vorzufindende Angebote würden auf Grund dazwischen liegender langer Wege nicht angenommen und vor allem ältere Menschen vor große Probleme stellen.

Und der alte Ortskern in Niederdielfen? Was wird aus dem?

Neben der Erweiterung des Rewe Marktes geht es im wahren Kern auch um das Dorferscheinungsbild im historischen Ortskern rund um die Mittelstr in Niederdielfen. Dieser Aspekt wird derzeit komplett zur Seite gedrängt und Ignoriert. Offensichtlich soll dieser nach dem Willen des Bündnis 90/Die Grünen und der BfWuFDP sich selbst überlassen werden. Die jetzt bereits zu beobachtenden Verfallserscheinungen werden verstärkt in den Vordergrund treten und letztlich mitten in Dielfen zu einem Schandfleck werden.

Überall ist man daran interessiert die Ortskerne attraktiver zu gestalten. Dorfplätze werden erneuert, Bouleplätze entstehen und in Niederdielfen verpasst man die generationenübergreifende Chance den historischen Ortskern für die Zukunft fit zu machen?

Bündnis 90/die Grünen und die BfWuFDP scheinen zu glauben, eine Verlagerung des Ortskernes hin zur Siegener Str. und Augraben sei die Lösung aller Probleme! Diese Vorstellung ist absurd.                                                                                                                       Zum einen ist von der Bevölkerung kein Bedarf für einen Begegnungsplatz im Bereich Siegener Str. 24 In Richtung Grund- und Realschule, wie von der Verwaltung bereits dargestellt, angefragt worden. Zum anderen ist dort auch zwingend die Feuerwehrzufahrt zu den Schulen freizuhalten. Zudem dient dieser Platz als Elternparkplatz, um Grund- und Realschüler sicher zur Schule zu bringen. Im Rahmen des IKEK Verfahrens konzentrierten sich die Bemühungen deshalb stets um die historische Ortsmitte und die Erweiterung im Bereich des Augraben.  Auch hier empfehle ich den Antragstellern die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger Niederdielfens in Ihren Planungen zu berücksichtigen.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Ratsmitglieder,

in diesem Sinne bitte ich Sie dringend, die aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der baugesetzlichen Vorgaben bestehende Notwendigkeit einer umfassenden Planung für die Ortsmitte in Niederdielfen verfahrensmäßig unverzüglich weiter zu führen.

Die zur Zeit einer Planungsmaßnahme bestehende Nichtverfügbarkeit von Grundstücken ist keineswegs ein Hinderungsgrund für die Planung, sondern das Mittel zu ihrer Verwirklichung.

Auf diese Weise hat die Gemeinde Wilnsdorf ihre gesamte bisherige städtebauliche Entwicklung abgewickelt, mit Erfolg, wie wir wissen.

Im Interesse einer attraktiv gestalteten Ortsmitte und letztlich auch um einen weiteren Verfall der Ortsmitte zu verhindern ist die weitere Verfolgung des Planverfahrens unverzichtbarer Bestandteil einer vernünftigen Dorfentwicklung in Niederdielfen.

Freundliche Grüße,

Olaf Withake