Antrag gem. §3 der Geschäftsordnung zur nächsten Ratssitzung am 26.3.2020 hier:

Verkehrssicherheit durch Klimaschutzprojekt: Herstellung einer Radwegeverbindung entlang der L723 zwischen Oberwilden und Wilnsdorf, gemäß dem Entwicklungskonzept (IKEK) und dem Radwegekonzept der Gemeinde Wilnsdorf

Sehr geehrte Frau Schuppler,

auf der Informationsveranstaltung am 12.12.2019 zum 6-spurigen Ausbau der A 45 wurde vorgetragen, dass das Brückenbauwerk der A 45 über die L723 Burbacher Straße / Mainzer Straße zwischen Wilden und Wilnsdorf erneuert werden soll. Dazu fragte ein Bürger, ob auch an den Radverkehr gedacht wurde. Die Vertreter des Landesbetriebes Straßenbau konnten das leider nicht bestätigen, was uns doch sehr verwundert hat.

Die CDU-Ortsunion Wilden hatte am 09.01.2018 eine Bürgeranregung gem. § 24 GO NRW zum Ausbau des Radwegenetzes in und um Wilden sowie Installation einer Querungshilfe an der L 723 Burbacher Straße eingereicht. In der Sitzung des Haupt-und Finanzausschuss am 25.01.2018 wurde als Ergebnis festgehalten, dass die Bürgeranregung der CDU-Ortsunion zum Einbau einer Querungshilfe in die Prüfung eines Antrages der SPD zur Verkehrssicherung am Ortseingang einbezogen werden soll, in die alle relevanten Behörden eingebunden werden sollen.

In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr am 26.03.2019 wurde von der Verwaltung über die in der Verkehrsschaukommission gefassten Beschlüsse berichtet. Zu der Gefahrenstelle Ortseingang Wilden, Burbacher Straße (L 723), wurde folgender Beschluss der Verkehrsschaukommission mitgeteilt:

„Es gilt die innerörtliche Geschwindigkeit von 50 km/h. Der Kurvenbereich ist erkennbar. Eine Verschwenkung in diesem Bereich ist aufgrund fehlender finanzieller Mittel beim Land nicht möglich. Die Planungen für den überörtlichen Radweg sehen hier eine Querung vor. Der Radfahrer muss angehalten werden. Dies ist mit Umlaufsperren möglich.“

Dieser Beschluss der Verkehrsschaukommission kann nicht akzeptiert werden.

Fahrzeuge, die die L723 von Wilnsdorf aus kommend nach Wilden hinein sehr oft bergab durch die Doppelkurve mit ungebremst hoher Geschwindigkeit auf der Gegenfahrbahn befahren, bilden nach wie vor eine hohe Gefahr für die Verkehrssicherheit.

Bereits im Dorfentwicklungsplan der Gemeinde Wilnsdorf für Wilden von 1988 (s. S. 58/59 Pkt. 8.1 u. Pkt. 8.1.1) wurden für den „Teilbereich Oberwilden“ u. a. folgende kumulierende „Defizite“ aufgelistet:

  • Belastung der Burbacher Straße durch ortsfremden Durchgangsverkehr mit nord-südlichem Gefälle
  • Gefährdung der Verkehrssicherheit
  • Querungsgefahr für Fußgänger/Radfahrer
  • fehlende Radwege

Außerdem schlägt der Gutachter zur „Verkehrsberuhigung“ unter „Planungsziel Verkehr“ auch für den „Ortskernbereich Oberwilden“ vor, dass „..Ausbaumaßnahmen in unterschiedlicher Intensität zur Verkehrsdämpfung vorzusehen..“ sind (s. S. 66 Pkt. 9).

Auch in dem vom Rat im Juli 2019 beschlossenen Entwicklungskonzept der Gemeinde Wilnsdorf (IKEK) ist die verkehrsberuhigende Umgestaltung der L 723 Ortseingang Oberwilden (von Wilnsdorf aus kommend) und die Installation einer Querungshilfe bei Burbacher Str. 10 im Abschnitt "Ausbaubedarf an überörtlichen Straßen in Wilden" ausdrücklich genannt.

Die Analysen und Empfehlungen in den Gutachten sind vollkommen zutreffend. Die Verkehrsschaukommission hätte sich einfach daran orientieren können. Stattdessen werden von der Kommission unverständliche und untaugliche Empfehlungen gegeben.

Die Empfehlung, dass Radfahrer angehalten werden müssen, bevor sie die Landstraße queren, und dies mit Umlaufsperren gewährleistet werden soll, geht am Thema vorbei. Es geht nicht darum, dass Radfahrer hier nicht anhalten würden, sondern es geht darum, die Querung zu sichern bzw. zu erleichtern, die nach Ausbau des Radwegenetzes vermehrt genutzt werden wird.

Außerdem ist der Vorschlag, Umlaufsperren zu errichten, überhaupt nicht umsetzbar. Der Weg zwischen den Häusern Burbacher Straße 10 und 8 ist ein Erschließungsweg für die Wohnhäuser, den dahinter liegenden Reitplatz und landwirtschaftliche Flächen. Hier kann nicht durch eine Umlaufsperre für den Radverkehr die Zufahrt unterbunden werden. Der auf der gegenüberliegenden Seite Richtung Wilnsdorf führende Weg dient ebenfalls zur Erschließung anliegender Grundstücke und landwirtschaftlicher Flächen und kann auch nicht versperrt werden.

Deswegen ist die Installation einer Querungshilfe eine notwendige Maßnahme, die eine deutliche Verkehrsberuhigung und damit erhebliche Verbesserung der Verkehrssicherheit zur Folge haben wird.

Nach 2 Jahren Stillstand wird es jetzt endlich Zeit, dass die Maßnahme mit der nötigen Energie angegangen wird. Natürlich kostet der Umbau der Landstraße Geld. Mit dem Hinweis auf fehlende Mittel beim Land kann man aber alles recht einfach kaputt schreiben. Die Verbesserung der Verkehrssicherheit und die Förderung des Radverkehrs zur Verbesserung der Mobilität und als Beitrag zum Klimaschutz sind klare übergeordnete Ziele von Bund, Land und Gemeinde, die natürlich Geld kosten, aber doch trotzdem angepackt werden müssen, sonst könnte man sich Gutachten, Pläne und Konzepte von vorne herein sparen. Die von der Gemeinde für ihre Bürger und mit ihren Bürgern erstellten Konzepte enthalten wichtige und gute Empfehlungen, auf deren Umsetzung wir drängen.

Die Querungshilfe muss vom Land aktiv eingeplant werden. Die Gemeinde muss die Maßnahme dazu einfordern. Sie sollte zur Beschleunigung selbst ein Planungskonzept für die Umgestaltung erstellen und mit dem Landesbetrieb Straßenbau abstimmen, damit es hier bald konkrete Fortschritte gibt.

Außerdem sollte auch der Ausbau des gesamten Radweges parallel der L723 von Oberwilden nach Wilnsdorf jetzt in Angriff genommen werden. Da hier der Radverkehr von der Landstraße genommen und sicher geführt werden kann, nehmen wir an, dass für diesen Radweg der Landesbetrieb Straßenbau zuständig ist. Die Gemeinde sollte den Radwegebau beim Landesbetrieb vordringlich anstoßen.

Wichtig ist auch, dass der Radverkehr, der von der L 722 oder aus Oberwilden an der Unterführung A45/L723 ankommt, jeweils möglichst ohne Querung der L 723 unter der

A 45 hindurchgeführt werden kann. Deswegen muss beim Neubau der Autobahnbrücke auf beiden Seiten der L723 ausreichend Platz für Radfahrer und Fußgänger eingeplant werden. Dann sind alle Möglichkeiten gegeben, auch das weiterführende Rad- und Fußwegenetz auf der Wildener und auf der Wilnsdorfer Seite der A45 den künftigen Anforderungen entsprechend auszubauen, was unser Ziel ist.

Wir stellen folgenden Antrag an den Rat:

  1.  Die Gemeinde Wilnsdorf wirkt beim Landesbetrieb Straßenbau darauf hin, dass beim Neubau der Brücke A 45 über die L723 beidseits der L 723 ein kombinierter Rad- und Gehweg angelegt wird.
    Die Gemeinde Wilnsdorf setzt sich beim Landesbetrieb Straßenbau außerdem dafür ein, dass der Radweg von Oberwilden nach Wilnsdorf zügig geplant und gebaut wird.

  2. Der Gemeinde Wilnsdorf drängt beim Landesbetrieb Straßenbau auf die Installation einer Querungshilfe an der Burbacher Straße auf Höhe von Haus-Nr. 10, um zur Verkehrsberuhigung und Verbesserung der Verkehrssicherheit vor allem für Radfahrer und Fußgänger in der Ortseinfahrt von Oberwilden beizutragen. Die Verwaltung wird beauftragt, hierzu ein Planungskonzept zu erstellen und dem Landesbetrieb Straßenbau zur Umsetzung zur Verfügung zu stellen.

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- zeigt den unübersichtliche Kurvenbereich in Oberwilden (L723) - hier ist ein Ausbau für eine Querungsmöglichkeit des querenden Radweg erforderlich

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- zeigt den Wirtschaftweg an der L723 in Richtung Wilnsdorf

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- zeigt den Wirtschaftweg an der L723 in Richtung Oberwilden

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- zeigt den Wirtschaftweg in Richtung Wilnsdorf im Bereich der L723 vor der Unterführung der A45